Griechenland

by Friedrich Hölderlin

Hätt’ ich dich im Schatten der Platanen, Wo durch Blumen der Cephissus rann, Wo die Jünglinge sich Ruhm ersannen, Wo die Herzen Sokrates gewann,

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Wo Aspasia durch Myrthen wallte,

Wo der brüderlichen Freunde Ruf Aus der lärmenden Agora schallte, Wo mein Plato Paradiese schuf, Wo den Frühling Festgesänge würzten

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Wo die Ströme der Begeisterung

Von Minervens heil’gem Berge stürzten – Der Beschützerin zur Huldigung – Wo in tausend süßen Dichterstunden, Wie ein Göttertraum, das Alter schwand,

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Hätt’ ich da, Geliebter! Dich gefunden,

Wie vor Jahren dieses Herz dich fand;

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