Frühling

by Auguste Kurs (1815–1892) · 1877 German

Sonnenschein dringet ein
In der dunklen Erde Schollen,
In die braunen, knospenvollen
Baumeszweige, dringt mit Lust
In der Vögel kleine Brust,
In der Menschen Herz und Augen,
Voll bereit ihn einzusaugen;
Füllet Alles, Erd' und Luft,
Wonnereich mit Frühlingsduft.

Frühlingsduft! In die Gruft
Soll mir noch dein Odem dringen,
Wenn auf lauer Lüfte Schwingen
Lieblich du hernieder schwebst,
Erd' und Herzen neu belebst.
Muß im Grab das Aug' ich schließen,
Sollen Blumen dort entsprießen,
Grüßen dich viel tausend Mal
Goldner Frühlingssonnenstrahl! (S. 76-77)

More poems by Auguste Kurs

All poems by Auguste Kurs →