Frühlings-Lied

by Simon Dach

Die sonne rennt mit prangen Durch ihre frühlings-bahn, Sie lacht mit ihren wangen Den runden erdkreiß an; Der westwind lest sich hören, Die Flora, seine braut, Kömpt auch, uns zu verehren Mit blumen, graß und kraut. Die vögel kommen nisten Auß frembden ländern her, Das vieh' hengt nach den lüsten, Die schiffe gehn ins meer, Der schäffer hebt zu singen Von seiner Phyllis an, Die welt geht wie im springen, Es freut sich, was nur kan. Drumb wer anitzt zum lieben Ein ehrlich mittel hat, Der flieh' es auffzuschieben Und folge gutem raht, Weil alles, was sich reget, In dem es sich verliebt Und zu seins gleichen leget, Hiezu uns anlaß giebt. (S. 410-411)

More poems by Simon Dach

All poems by Simon Dach →