Einigkeit

by Theodor Fontane

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Einigkeit.

1842. (Bei Gelegenheit des Hamburger Brandes.) Kein Jubel mehr! die Freude sei bemeistert      Ob deutschen Sinn’s und deutscher Einigkeit; Es gilt nicht viel, wenn sich ein Volk begeistert      In unsrer krankhaft-überreizten Zeit.

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Was Ihr gesehn – des Mitleids frommes Walten

     Erlöst noch lang vom alten Fluch uns nicht, Und unsre Heimath ist und bleibt zerspalten,      Bevor uns nicht ein festres Band umflicht.

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Begeistrung! ja, bei Gott, auf allen Gassen
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     Und aller Orten macht sie jetzt sich breit,

Und wessen Herz sich will begeistern lassen,      Der eile sich – jetzt ist die rechte Zeit, Es ist die Zeit, wo sich die deutsche Jugend,      Unwürdig, vor den Künstlerwagen spannt;[1]

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Sie stempelt auch die Mode ’mal zur Tugend,

     Und schwärmt für Einigkeit im Vaterland. Ach, Einigkeit! die Liebe kann sich regen      In einem Herzen, das der Haß verzehrt, Es schlägt dem Feinde zornentbrannt entgegen,

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     Und hält ihn dennoch seines Mitleids werth.

Wer hat von Euch die namenlosen Schmerzen      Zerschossner Feinde frohen Muth’s erblickt? So hassenswerth lebt nie der Haß im Herzen,      Daß er des Mitleids Stimme selbst erstickt.

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Nein, soll die Zukunft uns ein Deutschland bringen,

     Da gilt es mehr als eine milde Hand, Da gilt’s ein muthig Ringen und Bezwingen,      Ein Frühlingswehn durch’s ganze deutsche Land. Wenn überall der Freiheit Banner rauschen,

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     Und kein bedrücktes Volk um Rettung schreit,

Dann will auch ich die Zweifel froh vertauschen,      Und gläubig baun auf Deutschlands Einigkeit.

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