An einen Glasmaler

by Joachim Ringelnatz

[83] AN EINEN GLASMALER Ja, du weißt: Es richten deine Farben sich nach jedem Scheine, Immer nur nach andrer Meinung, Kläglich mild

5
Bis kitschig wild,

Durch sich selbst niemals Erscheinung. Dein Genie erwählt mit großem Blicke aus Charakterlosem Teile klug sich zu Organen.

10
Untertanen,

Die du streng wie innig meisterst Und für deinen Dienst begeisterst: Aus dem Licht, das unser Leben Stimmt, Einleuchtendes zu geben.

15
Wie’s gelingt, verwandeln deine

Künste Glas in Edelsteine.

More poems by Joachim Ringelnatz

All poems by Joachim Ringelnatz →