Einem Kleingiftigen

by Joachim Ringelnatz

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EINEM KLEINGIFTIGEN

Vielleicht, daß ein Unverstandenes Oder ein gar nicht Vorhandenes Dich verdroß. Und nun möchtest du heimlich erschießen

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Und noch den Schrei genießen:

„Das war Tells Geschoß!“ Aber ein Pup ist kein Blitz. Du mußt dich schon anders entladen. Du mußt deinen eigenen Schaden

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Riskieren und Mut verraten

Oder wenigstens Witz. War’s aber eine erkannte, bestimmte Angelegenheit, die dich ergrimmte, Etwa was Ungerechtes – – –

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Ach, wieviel Schlechtes

Tatest du?! Und klapptest stillschweigend den Deckel zu. Hau doch in den Kartoffelsalat, Daß die Sauce spritzt.

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Das ist ein schlechter Soldat,

Der Blut erträumt Und Rache schwitzt

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Und vor Wut schäumt

Und dabei auf dem Lokus sitzt.

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Oder leg’ deinen Zorn, wenn du willst,

Als ewas Echtes, wenn auch nicht Stubenreines. An deine eigene Brust, daß du ihn stillst, Wie eine Mutter ihr Kleines. Nach eines Jahrmarkts letzter Nacht

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Ist in wenigen Stunden

Eine ganze Stadt voll blendender Zauberpracht Kläglich verschwunden.

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