Ein namenloses Grauen fällt mich an.

by Felix Hübel (1874–1922) · 1907 German

EIN namenloses Grauen fällt mich an.
Ich habe Furcht. Bin ich denn noch ein Mann?
Ich habe Furcht, ich werde sterben müssen,
in jeder Faser fühle ich den Tod
und träumte doch so wild von heißen Küssen.
An deinem Mädchenmunde wollt' ich zitternd hängen
und meiner Seele Flammen ganz in deine drängen.
Und deines Atems Hauch wollt' ich ertrinkend trinken,
in deinem Wesen wesenlos versinken.
Doch weil ich dich so liebte, nahmst du alles mir
und wurdest meines Leids Vollenderin.
Ja, auch das Letzte nahmst du, denn du nahmst
den tiefen Schmerzen ihren tiefen Sinn. (S. 22)
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