Ein Mondaufgang
VON einer bleichen Mondesahnung wurde
des Himmels Antlitz fast verzerrt. Was vorher
nur finster war, das wurde furchtbar jetzt.
Des Meeres Raunen wurde eine Klage,
die mir das Herz zerriß. Ein düsteres Drohen
quoll's aus den schwarzen Wassern, die voll Gier
an messerscharfen Felsen nagten. Jäh
sprang eine wilde Furcht in mir empor.
Und da geschah es, daß das Übermaß
des Schmerzes, der so lange mich zerfleischt,
mich grauenvoll verstörte. Und ich kannte
mich selbst nicht mehr. Nur eines dachte ich:
Dich! Dich!! für die ich tausend Tode einst
gern sterben wollte. Eines fühlt' ich nur:
Dich! der ich eine Seele schenkte, die
nicht mein war, und die du getötet hast!
Aus einer Wolke quoll's wie schwarzes Blut
in zähen Tropfen, und die Finsternis
griff würgend nach der Kehle mir. Da reckte
ich meinen Arm empor, und wie ich's tat,
ich weiß es nicht. Doch alle Kraft der Seele
und alle Herzensglut legte ich in ein Wort:
und fluchte dir! — die meine Sonne war. (S. 31)
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des Himmels Antlitz fast verzerrt. Was vorher
nur finster war, das wurde furchtbar jetzt.
Des Meeres Raunen wurde eine Klage,
die mir das Herz zerriß. Ein düsteres Drohen
quoll's aus den schwarzen Wassern, die voll Gier
an messerscharfen Felsen nagten. Jäh
sprang eine wilde Furcht in mir empor.
Und da geschah es, daß das Übermaß
des Schmerzes, der so lange mich zerfleischt,
mich grauenvoll verstörte. Und ich kannte
mich selbst nicht mehr. Nur eines dachte ich:
Dich! Dich!! für die ich tausend Tode einst
gern sterben wollte. Eines fühlt' ich nur:
Dich! der ich eine Seele schenkte, die
nicht mein war, und die du getötet hast!
Aus einer Wolke quoll's wie schwarzes Blut
in zähen Tropfen, und die Finsternis
griff würgend nach der Kehle mir. Da reckte
ich meinen Arm empor, und wie ich's tat,
ich weiß es nicht. Doch alle Kraft der Seele
und alle Herzensglut legte ich in ein Wort:
und fluchte dir! — die meine Sonne war. (S. 31)
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