Ein Jäger

by Theodor Fontane

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Ein Jäger.

Ich kenn einen Jäger, man heißt ihn „Tod“: Seine Wang ist blaß, sein Speer ist roth, Sein Forst ist die Welt, er zieht auf die Pirsch, Und jaget Elenn und Edelhirsch.

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Im Völkerkrieg, auf blutigem Feld

Ist’s wo er sein Kesseltreiben hält; Haß, Ehrfurcht und Geizen nach Ruhmesschall Sind Treiber im Dienste des Jägers all’.

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Nicht fürcht ich ihn selber, wie nah er auch droht,
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Doch wohl seine Rüden: Gram, Krankheit und Noth,

Die Meute, die stückweis das Leben zerfetzt, Und zögernd uns in die Grube hetzt.

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