Die Träumer in der Untergrundbahn

by Joachim Ringelnatz

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DIE TRÄUMER IN DER UNTERGRUNDBAHN

Die Träumer in der Untergrundbahn Haben vernebelten Blick. Sie träumen ihre Zeit, ihr Geschick, Beidem untertan.

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Will keiner von ihnen den anderen sehn,

Will keiner vom anderen hören, Will keines irgendwie stören. Sie fahren. Und ihre Gedanken gehn, Gedanken gehen, langsam, im Rund,

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Laufen sich nicht die Sohlen wund.

Die Träumer in der Untergrundbahn, Sie haben weder Klage noch Wahn. Sie haben nicht viel zu erträumen Unter Grund.

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Sie werden ihr Ziel nicht versäumen.

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