Die Stunde sei gesegnet!

by Georg Scherer (1828–1909) · 1894 German

Die Stunde sei gesegnet
In Zeit und Ewigkeit,
Da du mir bist begegnet
In meiner Einsamkeit.

Ich stund im Weltgetriebe
Verlassen und verkannt,
Du aber hast voll Liebe
Den Blick mir zugewandt.

Du hast zu mir gesprochen
So süß, so wunderbar,
Und hast den Bann gebrochen,
Dem ich verfallen war.

Du küßtest mir die Schmerzen
Vom kampfesmüden Haupt,
Gabst Frieden meinem Herzen,
Den mir die Welt geraubt.

Und manch geknicktes Streben
Hebt nun voll Lenzeslust
Das Haupt zu neuem Leben,
Von dem es nie gewußt.

Laß mich dein Auge küssen,
Das mir solch Heil gebracht!
Es wird mir leuchten müssen
Durch aller Zukunft Nacht. (S. 61-62)
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