An die Muse

by Karl Philipp Conz

      Die ekle Welt, der Mode Thorenspiel Und Tüncherey zum Spotte hingegeben, Hat längst verlernt das kindliche Gefühl Der Urnatur und ihr bescheidnes Leben.

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      Sie achtet wenig auf den stillen Geist

In Wort und That; mit Rednermeteoren, Mit allem, was nur schäumt und prunkt und gleißt, Füllst du ihr leicht die Augen und die Ohren.       O Mufe, drängt dir ein empfundnes Lied,

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Ein herzliches die jungfräuliche Seele,

Sing’ es in Thaten, wo kein Aug dich sieht; Nur daß dein Mund es vor der Welt verhehle!       Ein kalter Kritler möcht’ es dir entweihn! Laß eher es am Bach der Nachtigallen

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Vor Echo’s Nymphengrott’ im Birkenhain

Ins Lied der himmlischen Natur verhallen.

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