Der Mut, der wieder mir die Brust erhebt, bist du
Das Blut, das neu die Adern mir belebt, bist du!
Der Labetrunk aus tausend süßen Blumenkelchen,
Von dem beseelt mein Herz zum Himmel strebt, bist du!
Der Kuß der Phantasie, von dem mein Geist im Rausche
Aufs neu sich bunte Märchenbilder webt, bist du!
Der Zauber, der die ganze Welt mir zeigt in bunten
Glutfarben, daß sie heiter vor mir schwebt, bist du!
Der frohe Trieb, daß lachend ich die Welt durchschreite,
Daß nicht mein Fuß an jeder Scholle klebt, bist du!
Bist du, du selbes Frauchen, das mir bald das Leben
Wegküßt und dann mich an der Brust begräbt, bist du!
Die Seele meiner Lieder, die in jeden Klange
Dem Falter gleich im Netze flatternd bebt, bist du! (S. 136)