Der mir viel Leid antat

by Joachim Ringelnatz

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DER MIR VIEL LEID ANTAT

Ich verfluche dich nicht. Ich denke nicht mehr an Rache. Ich suche, ob in deinem Gesicht Die Reue erwache.

5
Du hast unsere Freundschaft kalt gemacht,

Um Geld zu gewinnen. — Meine Fäuste sind nicht mehr geballt. Mir kannst du entrinnen, Doch nicht der Vergeltung. —

10
Meinst du, daß du glücklich bist,

Weil du dir siegreich erscheinst? Du!?! — Das Schicksal stellt jedem Frist. Noch, noch ist Möglichkeit, Daß du der Vergeltung entrinnst.

15
Wenn du dich selbst besinnst,

Zurückgibst. Und rein beginnst.

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