Der Frühling an den Gefangnen

by Theodor Fontane

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Der Frühling an den Gefangnen.

(Nach dem Englischen des John Prince.)           „O komm, laß uns fliehn,           Laß uns jubelnd durchziehn      Die wiedererwachte Natur,           Die Himmel blaun,

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          Und die Lüfte bethaun

     Mit Wonneschauern die Flur.           Maaßliebchen erscheint,           Und das Veilchen weint

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     Mit Thränen der Freude – den Thau,
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          Und’s Bächlein spricht:

          „ Vergiß-mein-nicht“      In Blumensprache zur Au; – Doch der Sommer ist nah und ich darf nicht verziehn, Komm, zögre nicht länger, komm, komm, laß uns fliehn.

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          „Die Lerche singt

          Und steiget, und schwingt      Sich hoch in den Himmel empor,           Und Iris spannt           Ueber Meer und Land

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     Ihr farbenschimmerndes Thor.

          Der Zephyr spielt           Und koset und stiehlt

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     Der Rose würzigen Duft,

          Im Nu durchdringt,

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          Unsichtbar beschwingt

     Der Blumenathem die Luft; Doch der Sommer ist nah und ich darf nicht verziehn, Komm, zögre nicht länger, komm, komm, laß uns fliehn.           „Auf den Bergen thront

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          Und in Thälern wohnt

     Nun Freiheit wieder und Lust,           Es trägt der Strom           Des Himmels Dom      Gespiegelt an der Brust;

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          Selbst Moor und Bucht,

          Selbst Fels und Schlucht

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     Im Reize der Jugend erglänzt,

          Sogar der Quell           An waldiger Stell

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     Ist farrenkraut-bekränzt; –

Doch der Sommer ist nah und ich darf nicht verziehn, Komm, zögre nicht länger, komm, komm, laß uns fliehn.           „Der Busch umschlingt           Sein Liebchen und schwingt

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     Sich fort nach dem Takt der Schalmei,

          Und wiederhallt           Der grünende Wald      Die lustige Melodei;           Das Alter wird jung,

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          Von Erinnerung
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     Und Frühlingshauch geschwellt, –

          Der Jugend nur           Jung wie die Natur      Gehöret im Lenze die Welt;

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Doch der Sommer ist nah, und ich darf nicht verziehn,

Komm, zögre nicht länger, komm, komm, laß uns fliehn.“

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