Der bräutigam an seine hertzgeliebte braut, als ihn dieselbe zum erstenmal in seiner behausung ersuchte

by Simon Dach

Seydt mir tausentmal wilkommen, Ihr mein trost und sonnenschein! Ach, was segen, heil und frommen Kömpt mit euch, mein liecht, herein! Welch ein glantz bricht durch mein hauß Jetzt mit güldnen straalen auß! Alles beut euch dar die hände, Nichts bey mir ist so erstarrt, Das nicht lächle; ja die wände Mercken eure gegenwart, Eure, die ihr sie in goldt Bald hernach verkehren solt. Schaut, wie alles einsam-leben, Nun ihr hie seydt, auff die flucht Sich im kurtzen zu begeben Schon sein thun zusammen sucht, Dessen stelle schertz und spiel Süsser lieb' ersetzen wil. Hieher werdet ihr entbinden Eures muhtes edlen geist, Hie sol eure seele finden, Was sie sucht, doch allermeist Wird mein hertz, mein freudenschein, Euer hauß und ruhstat seyn. (S. 432-433)

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