Dein Auge

by Hieronymus Lorm (1821–1902) · 1894 German

Mir ist dein Aug', das wunderbare,
Noch eine unerforschte Welt,
Ein tiefes Meer, das eine klare,
Verschwieg'ne Mondesnacht erhellt.

Mir taucht aus dieses Meeres Grunde
Vineta nimmermehr empor, -
Mein Glück, das sich in banger Stunde
Für alle Zeiten drin verlor. (S. 103)
_____

More poems by Hieronymus Lorm

  • Abendschweigen

    Zu deinen Füßen saß ich still und träumend,
    Mein Aug' in deines Auges Glut getaucht,
    Dein ganzes Sein mit meinem Blick umsäumend. …
  • Arm in Arm

    Der Schmerz der Welt hat auch
    In meiner Brust Altäre,
    Auf daß dein süßer Hauch …
  • Bewußtsein

    Nur aus der Ferne darf ich dein gedenken
    Und muß die Gluten still in mich versenken.
    Das Leben riß die Kluft auf, uns zu trennen, …
  • Briefwechsel

    I.
    Er schreibt:
    Jetzt, da mein Leben schon zerstört, verwittert, …

All poems by Hieronymus Lorm →