Chartres

by Joachim Ringelnatz

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Chartres

Kirchenfenster, Kirchenfenster, Kirchenfenster, Kirchenfenst... Hoch im Dachgebälk der Kathedrale Sahen meine Freunde viel Gespenster.

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Ich sah nur ein einziges, das internationale,

Ewige, gottfröhliche Gespenst, Das nicht nur in Kathedralen Sondern auch im Zöster und im Faust, Auch in Püffen und in Apfelsinenschalen

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Oder sonstens wo für den und jenen haust.

Der Professor, welcher im Beruf Und bei seinen Leuten An sehr erster, prominenter Spitze steht,

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Wußte, wer das alles und wie und warum er’s schuf:
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Und er bat die Freunde, ihn zu bitten, uns zu deuten.

Und dann konnte er geflüssig, klar und sinnig Steine, Formen, Farben lesen. Und doch vor den schönen Kirchenfenstern bin ich Damals glücklich ganz fernanderswo gewesen.

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Doch dem Kirchendiener hab’ ich lange

Zugeschaut – das hat mich zweitens intressiert –. Wie der Kerl mit einer Eisenstange Und mit einem Holzpantoffel raffiniert Eine Maus beschlich.

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Ach, die hatte sich

Scheu verirrt. – Nun mag man nicht vergessen, Daß oft Mäuse ohne Ehrfurcht oder Scham: Bibeln, Samt und Christusnasen fressen. Doch ich freute mich

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Ungeheuerlich,

Als die Kirchenmaus dem Kirchendiener doch entkam.

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