Berliner Republikaner

by Theodor Fontane

      Berliner Republikaner.      Berliner Jungen scharten sich Vor einiger Zeit allabendlich Nicht weit vom Kupfergraben Und sangen gottserbärmlich:

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„Wir brauchen keenen Kenig nich,

Wir wollen keenen haben!“      Da endlich packt ein Fußgendarm Nicht eben allzuzart am Arm Den allergrößten Jungen,

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Und spricht: „He, Bursch, juckt dir das Fell,

Du Tausendsapperments-Rebell? Was hast du da gesungen?“      Doch der Berliner comme il faut[1] Erwidert: „Hab Er sich nicht so,

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Und laß Er sich begraben;

Wozu denn gleich so ängstiglich, Wir brauchen keenen Kenig nich, Weil wir schon eenen haben!“

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