Überfahrt

by Joachim Ringelnatz

[54]
Überfahrt

Die Brücke brach. Da lag ich sekundenlang Mehrmals gebrochen quer über’m Schienenstrang. Wuchs ein Balg mit Lichtern aus Donner und Qualm Rasend heran.

5
Schrein? Wegwälz? – Zermalm? –

Dann – – Quietsch. Meine Knochen zerknürpsten; Die dicksten waren die mürbsten. Entzwei. Vorbei.

10
Splitter mit Brei.

Sah noch den armen motivführer erschauern. Dann erhob ich mich, heißt: ich fühlte mich licht Aufwärts schräg durch Lüfte und Mauern, Dachte vielleicht noch – vielleicht auch nicht –

15
Mit einem komischen Rest von „Bedauern“:

„Schade, daß mich Bruder Wolfgang jetzt nicht sieht!“

More poems by Joachim Ringelnatz

All poems by Joachim Ringelnatz →