Aus dem Tagebuch eines Bettlers
Ich klingelte. Ich bettelte um Brot. Um alte Sachen. Ich beschrieb anschaulich die Not. Ich kann so eine jämmerliche Miene machen.
Nur ein kleines, hartes, verschimmeltes Restchen Brot, Womit ich eigentlich Geld meinte. Der Herr verneinte. Ich versuchte diverse Gebärden.
Ich taumelte krank. Ich – stank. Da wurde ich gepackt. Fünf Minuten später war ich nackt.
Bei dreißig Grad. Ich weinte. – Ich wußte: Hier half kein Beteuern. Man fing an, meine Kruste
Ich wurde auf die Straße gestoßen. Ich fand mich in schwarzen Hosen, Lackschuhen, Frack und Tropenhelm.
Ich fand nur ein Trambahn-Abonnement. Und ich ging auf die Reise, Fuhr mit der Sechzehn stundenlang Immer im Kreise.
Ich bettelte. Probeweise. Ich kann so eine kummervolle Miene machen. Aber die Leute begannen zu lachen Und die Haltestelle zu verpassen.
Ich wurde urplötzlich ganz mager. Ich wurde gewaltsam aus der Trambahn heruntergelassen. Da waren die Anlagen und Gassen Auf einmal ganz traurig und fremd.
Trug ich nur noch Hose, Barfuß und Hemd.
Ich ging mit der Gräfin Mabelle, Die eigentlich eine Büfettmamsell
Wir speisten: Hirschbraten mit Knickebein. Wir sangen zu zwei’n: „Wer hat uns getraut –. . .“ Und zuletzt, ganz laut: