An Luise den 7. April 1815

by Karl August Förster (1784–1884) · 1843 German

Freundlich leuchtet Sterngefunkel
Nieder durch die stille Nacht;
Unten ist es ernst und dunkel,
Droben flimmert Glanz und Pracht.

Traulich reiht sich Stern zu Sterne
Ueber mir im dunkeln Blau,
Und aus weiter, weiter Ferne
Schimmern Welten nebelgrau.

Aus dem glanzdurchwirkten Rahmen
Blinkt der Lyra lichtes Gold;
Doch sie tönt nur Deinen Namen,
Deinen Namen süß und hold.

Krone, Schwan und Wagen brennen
Ueber mir in reinem Licht;
Aber, wie sie sich auch nennen,
Schwan und Wagen find ich nicht.

Vielfach, wundersam verzogen
Seh' ich deinen Namen nur;
Ueberall am Sternenbogen
Find' ich meiner Liebe Spur.

Welten seh' ich dort erblühen.
Sieh, wie strahlt ihr heitres Licht!
Welten seh' ich niederziehen,
Und ihr sterbend Auge bricht.

Doch der Stern, der mir im Herzen,
Seit ich dich gesehen, flammt, -
Ewig leuchten seine Kerzen,
Deren Gluth vom Himmel stammt!
(Band 1, S. 79-80)
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