Alte Winkelmauer

by Joachim Ringelnatz

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ALTE WINKELMAUER

Alte Mauer, die ich oft benässe, Weil’s dort dunkel ist. Himmlisches Gefunkel ist In deiner Blässe.

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Pilz und Feuchtigkeiten

Und der Wetterschliff der Zeiten Gaben deiner Haut Wogende Gesichter, Die nur ein Dichter

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Oder ein Künstler

Oder Nureiner schaut. „Können wir uns wehren?“ Fragt’s aus dir mild. Ach, kein Buch, kein Bild

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Wird mich so belehren.

Was ich an dir schaute, Etwas davon blieb Immer. Nie vertraute Mauer, dich hab’ ich lieb.

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Weil du gar nicht predigst.

Weil du nichts erledigst. Weil du gar nicht willst sein.

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Weil mir deine Flecken

Ahnungen erwecken.

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Du, eines Schattens Schein.

Nichts davon wissen Die, die sonst hier pissen, Doch mir winkt es: Komm! Seit ich dich gefunden,

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Macht mich für Sekunden

Meine Notdurft an dir fromm.

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