182.

by Simon Dach German

Sol sich der mensch, die kleine welt, Jetzt nicht auff süsse heyraht lencken? Muß doch das prächtige gezelt Der grossen nur an liebe dencken. Die erd‘ ist sauber und beleckt Durch den gewünschten schein der sonnen, Ist ihres winter-fells entdeckt Und wird vom himmel lieb gewonnen, Der sich herab in ihren schoß Durch einen warmen regen machet, Und schwängert ihren dürren kloß, Daß alles frölich sieht und lachet. Was aus der lufft den ackersmann Mit singen tröstet und erfreuet, Spricht lieblich eins das ander an Und wird zu gleichem gleich getreuet. Die heerde treibt den hirten fort Der Galatheen nach zu lauffen, Pan braucht sich jetzt der besten wort', Ihr Nymphen, eure gunst zu kauffen. Das meiste, welches auffenthalt Nur in den wellen ist zu finden, Ja hügel, berge, wild und wald, Muß jetzt in liebe sich verbinden. Der mensch, ein außzug dieser welt, Wird vieler schuld entledigt bleiben, Wenn er sich dem gemeß verhelt, Was lufft, see, erd und himmel treiben. (S. 429-430)

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