11.

by Albert Möser (1835–1900) · 1890 German

11.
Vor deinen Zauberblicken müssen weichen
Im Kreis der Fraun die strahlenden Gesichter,
Gleichwie des Himmels kleine Sternenlichter
Im Feuerglanz der Sonnengluth erbleichen.

Ein jeder Zug an dir ist ohnegleichen,
Kein Lob, das dich nicht schmückt, ersinnt der Dichter,
Mit Preis zu übertreffen dich verzicht' er!
Genug, kann er im Lied dich ganz erreichen.

Und wie mein Sang auch rühmend dich erhebt,
Verschwend'risch aller Ehren Preis dir leiht
Und stets nach neuen Lobesweisen spürt:

Er beut dir doch, so sehr er ringt und strebt,
Den Abglanz nur der eignen Herrlichkeit
Und bringt dir einzig dar, was dir gebührt.

Aus: Gedichte von Albert Moeser
Erste Sammlung
Dritte sehr veränderte und vermehrte Auflage
Hamburg Verlagsanstalt und Druckerei Actien-Gesellschaft
1890 (S. 9-10)

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