Zweite Liebe

by Carl Ferdinand Dräxler-Manfred

Nie wohl mocht ich es vermuthen, Daß ich wieder lieben soll, Bis der zweiten Liebe Gluten Mich berauschten zaubervoll. So die Nachtigall, wenn heiter Sie der bunte Lenz umspann, Glaubt's unmöglich, daß ein zweiter Gleiche Lust ihr bringen kann. Und es war ein selig Wähnen, Dieses erste Paradies, Das im Schein verliebter Thränen Doppelt glänzend sich erwies. Aehnlich einer Zauberblume, Die nur Einmal blühen will, Stand im Herzensheiligthume Meine Liebe fromm und still. Daß es nicht an andern fehle, Wenn die eine welkt und bricht, Daran dachte meine Seele, Weiß der liebe Himmel! nicht. aus: Gedichte von C. Dräxler-Manfred Frankfurt am Main 1838 Druck und Verlag von Johann David Sauerländer (S. 265-266)

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