Zur Kriegserklärung 1870
Schon in der Jugend Morgentagen Fühlt ich mich als ein Kind der Zeit Und ihrem Hoffen, ihren Fragen War stets mein Wort, mein Lied geweiht.
War nur erfüllt von einem Ziel: Mich an mein Volk dahin zu geben, Welch’ Schicksalslos mir sonst auch fiel. Schon als dies Volk noch harmlos träumte,
Als Morgenrot den Himmel säumte Und Lerchenlied nach Freiheit rief: – Da rief ich mit und rief so lange Bis daß er kam, der Freiheit Tag –
Die zuckend nur zu Boden lag. In einer Zeit voll Schmach und Leiden, Die für uns all’ verhängnisvoll, Zu Harfenspiel an Trauerweiden
Ein einig Volk zum Kampf ersteht, Die deutschen Klingen zu erproben Dem Feinde stolz entgegengeht,
Zu einem frechen Krieg gehetzt, Der, um die Freiheit neu zu bannen Sogar das Völkerrecht verletzt: Nun gilt es Schlachtenlieder singen
Nun gilt’s, die deutschen Fahnen schwingen Im Dienst der neuen, bessern Zeit. O, daß sie endlich, endlich nahte Und sei sie auch mit Blut getauft,
Zu teuer und zu schwer erkauft. Die Freiheit – wollt’ es nie vergessen – Auch Deutschlands Einheit hat nur Wert, Wenn wir sie nach dem Segen messen,
O, deutsches Volk – auf, auf zum Siege Und stürze Frankreichs Kaiserthron Und Losung sei in diesem Kriege: Die Freiheit nur ist Siegeslohn.