Zum letzten Mal
by Ludwig Pfau (1821–1894) · 1874 German
Nun muß ich dich, du Teure, lassen,
Und blieb mir keine andre Wahl,
So laß noch einmal dich umfassen -
O einmal noch, zum letzten Mal!
In deinen Armen laß mich liegen
Und, wie der Kelch im Sonnenstrahl,
In deinem holden Blick mich wiegen -
O einmal noch, zum letzten Mal!
An deinen Busen laß mich sinken
Und durst'ge Küsse ohne Zahl
Von deinen süßen Lippen trinken -
O einmal noch, zum letzten Mal!
Laß mich ins tiefste Herz dich drücken,
Mit dieser Stunde sel'ger Qual
Will ich mein ganzes Leben schmücken -
O einmal noch, zum letzten Male! (S. 36)
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