Zum Abschied

by Karl Stieler (1842–1885) · 1908 German

Ich geb' dem Schicksal dich zurück,
Von dem ich dich empfangen habe,
Geliebte! – Doch du weißt es nicht,
Was ich mit deinem Bild begrabe.

Dafür gibt es kein Menschenwort!
Was aus der Brust mir ward genommen,
Es ist nicht Hoffnung und nicht Trost,
Denn alles das kann wiederkommen.

Es ist ein Etwas, wunderbar,
Das ewig schwindet aus dem Herzen -
Wenn uns die erste Täuschung trifft!
Ein Etwas, das wir nie verschmerzen,

Das Gott uns in die Wiege legt
Als unsrer Jugend Morgengabe.
Geliebte! – O, du weißt es nicht,
Was ich mit deinem Bild begrabe! (S. 147-148)

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