Züchtigung des Hochmuts
Zu jenen zeiten wo noch die gottesgelahrten In wunderbarem gedeihn ihre grösse bewahrten – Erzählt man – war einst ein Weiser vom höchsten rang Der auch die herzen der lässigsten bezwang
Doch als er in die strahlen der himmlischen lüfte Auf selber ihm fremden wegen gekommen war Wohin sich nur schwinget der reinen geister schar: Da sollte er wie ein mann der zu hoch sich verstiegen
»Du kleiner Jesus · wie weit habe ich dich gebracht! Doch hätt ich am punkte dich anzugreifen gedacht Wo auch du fehltest: so kehrte dein ruhm sich in schande · Du gältest als spöttische missgeburt nur im lande.«
Ein schwarzer flor um die herrliche leuchte sich wand · Der wirrwarr begann in diesem kopfe zu rollen. Im lebenden tempel dem stattlichen ordnungsvollen Dess dächer umwölbte solche leuchtende pracht
So ist ein gewölbe zu dem man den schlüssel verloren. Von nun an war er wie das vieh vor den thoren · Und wenn er nichts hörend und sehend die fluren durchging · Nicht merkte ob sommer ihn oder winter umfing
So ward er den kindern zur freude und zum gelache.