Wunsch und Gegenwunsch

by Karl Mayer (1786–1870) · 1833 German

In dieser nächtlich grünen Laubumhüllung,
In dieses Grases Blumen-Ueberfüllung
Soll sorglos heute meine Stätte seyn!
Hinaus, mein Sorgen, du bist ausgeschlossen!
Ihr Wellchen nur, dem Waldgestein entflossen,
Ihr Frühlingslüfte kommt zu mir herein!

Ach! - auf wie lange bin ich nun geborgen?
Mischt sich in alle Träume dieses Sorgen?
O möcht' es lieber ganz begraben seyn!
O schlüpftest du nach meinem Wunsch, du Eine,
Die ich mit allem Sorgen eben meine,
Doch in dieß Sorgengrab zu mir herein! (S. 69)
_____

More poems by Karl Mayer

  • Abgeschiedenheit

    Mit Grauen hätt' ich fast geschworen,
    Ich sei der Einzige geboren,
    Der in dieß Felsenthal gelangt'. …
  • Am Ufer

    Dieß Flüstern, Hin- und Wiederneigen,
    Ihr Weiden, soll es Mitleid zeigen?
    Und wollt ihr tieferhobnen Wellen …
  • Am Waldwege

    Weilend an des Waldes Buchen,
    Jenen Namenszug zu suchen,
    Armes Herz, das mühsam schlägt, …
  • Am Wasserfalle

    Nenn' ich Jubel, nenn' ich Grausen
    Der Gewässer Donnern, Brausen?
    Sturm und Streit des Wasserfalles, …

All poems by Karl Mayer →