Wo ich gehe

by Gerrit Engelke (1890–1918) · 1921 German

Jeder Schritt sagt deinen Namen,
Jeder Blick träumt nach dem deinen;
Sehnsucht macht die Füße lahmen,
Wenn im Herbst die Wolken weinen,
Regen über Blätter tropft,
Und ein Herz sich müde klopft.

Rosen gluten noch im Garten,
Rosen, die um Frauen werben - -
Auch die Rosen müssen warten,
Wie die welken Tage sterben.
Hörst du nicht, was ich dir schrieb?
Hast du meine Rosen lieb?

Wind, der über Hänge brandet,
Rot und gelbe Blätterwildnis,
Nacht, die über Sternen landet,
Leben nur mit deinem Bildnis,
Küssen mich mit deinem Mund,
Herb und zärtlich, wild und wund. (S. 164)
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