Wo groß das Weite ist

by Rudolf G. Binding

das Große weit,
wo Meere in erhabner Einfachheit
in Meere schreiten um sich zu genügen -
da stand die Göttin in den Sternenflügen
der hellen Nächte - und Ulyß bei ihr.

Und was sie war das stand weithin vor ihr.
Sie war es selbst worauf ihr Auge fiel:
in alle Meere eingesenkt,
in alle Sterne eingetaucht
und unter sich die Welt -

im göttlichen Begehren
sich endlos zu gehören.

Da rührte sie Ulyß und teilte ihm
in eingeborner Macht die Göttlichkeit
- in gleicher Richtung seine Blicke wendend

"Dort schaue mich - in Gleichem mir zu gleichen."
Und es vergingen Göttin und der Held
um im Vergehen ganz sich zu erreichen. (S. 258)
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