Einen Sommer lang Goldne Glocke schwang, Rief zu immer holderem Tag. Schlugst das Aug du auf, Lag mein Kuß darauf, Und dein Herz in meinen Händen lag.
Einen Sommer lang Lied und Lachen klang, Und wir waren ganz vor Glück entbrannt. Schlang und Eidechs kam, Und gezähmt sie nahm Süßigkeit aus deiner guten Hand.
Einen Sommer lang Mit dem Engel rang Ich, daß ewig dieser Sommer sei. Ach, ich war zu schwach, Und im Herbste brach Sensenmann das Ährenglück entzwei.
Dieser Sommer war Voll wie hundert Jahr, Die des Gottes Gnadenblut durchdrang. Schenke sein Geschick Unsrem Kind ein Glück Viele, viele, viele Sommer lang. (S. 559-560)