Wie der Mond sich leuchtend dränget

by Heinrich Heine

     Wie der Mond sich leuchtend dränget Durch den dunkeln Wolkenflor, Also taucht aus dunkeln Zeiten Mir ein lichtes Bild hervor.

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     Saßen all auf dem Verdecke,

Fuhren stolz hinab den Rhein, Und die sommergrünen Ufer Glühn im Abendsonnenschein.      Sinnend saß ich zu den Füßen

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Einer Dame, schön und hold;

In ihr liebes, bleiches Antlitz Spielt’ das rothe Sonnengold.      Lauten klangen, Buben sangen, Wunderbare Fröhlichkeit!

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Und der Himmel wurde blauer,

Und die Seele wurde weit.      [218] Mährchenhaft vorüberzogen Berg und Burgen, Wald und Au’; Und das Alles sah ich glänzen

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In dem Aug’ der schönen Frau.

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