Was will die einsame Thräne?

by Heinrich Heine

     Was will die einsame Thräne? Sie trübt mir ja den Blick. Sie blieb aus alten Zeiten In meinem Auge zurück.

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     Sie hatte viel leuchtende Schwestern,

Die alle zerflossen sind, Mit meinen Qualen und Freuden, Zerflossen in Nacht und Wind.      Wie Nebel sind auch zerflossen

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Die blauen Sternelein,

Die mir jene Freuden und Qualen Gelächelt in’s Herz hinein.      Ach, meine Liebe selber Zerfloß wie eitel Hauch!

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Du alte, einsame Thräne,

Zerfließe jetzunder auch.

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