Was treibt und tobt mein tolles Blut?
Was treibt und tobt mein tolles Blut? Was flammt mein Herz in wilder Gluth? Es kocht mein Blut und zischt und gährt, Und grimme Gluth mein Herz verzehrt.
Weil zu mir kam ein Traumgebild; Es kam der finstre Sohn der Nacht, Und hat mich keuchend fortgebracht. Er bracht’ mich in ein helles Haus,
Und Fackelglanz und Kerzenschein; Ich kam zum Saal, ich trat hinein. Das war ein lustig Hochzeitfest; Zu Tafel saßen froh die Gäst’.
O weh! mein Liebchen war die Braut. [14] Das war mein Liebchen wunnesam, Ein fremder Mann war Bräutigam; Dicht hinter’m Ehrenstuhl der Braut,
Es rauscht Musik, – gar still stand ich; Der Freudenlärm betrübte mich. Der Bräutgam oft gar zärtlich blickt, Die Braut erwiedert’s hold und nickt.
Und trinkt daraus, und reicht gar fein Der Braut ihn hin; sie lächelt Dank, – O Weh! mein rothes Blut sie trank. Die Braut ein hübsches Aepflein nahm,
Der nahm sein Messer, schnitt hinein, – O Weh! das war das Herze mein. Sie äugeln süß, sie äugeln lang, Der Bräut’gam kühn die Braut umschlang,
O Weh! mich küßt der kalte Tod. [15] Wie Blei lag meine Zung’ im Mund’, Daß ich kein Wörtlein sprechen kunt. Da rauscht es auf, der Tanz begann;
Und wie ich stand so leichenstumm, Die Tänzer schweben flink herum; – Ein leises Wort der Bräut’gam spricht, Die Braut wird roth, doch zürnt sie nicht. – –