Waldpoesie

by Heinrich Kämpchen

[94] Waldpoesie. Willst du wirklich gute Verse reimen, Geh hinaus zu luft’gen Waldesräumen, Wo mit Eichen Buchen sich vermählen. Und wenn ihre schwanken Gipfel rauschen,

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Werde nimmer müde dann zu lauschen,

Was dem jungen Dichter sie erzählen. – Waldnacht ist die heil’ge Zauberbinde, Die dem jungen Genius gelinde Von der Stirn die letzten Schatten streifet. –

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Waldnacht leiht der Dichterseele Flügel

Und verschiebt der Phantasie den Riegel, Daß sie in Unendlichkeiten schweifet. –

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