Venus Genetrix

by Richard Dehmel

Aller Wunder wundersamstes, länger trug’s die Seele nicht. Ihre großen Thränen strömten über dein und mein Gesicht.

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„Nur für dich!“ ein Flehn, ein Stammeln

schluchzender Verkündigung; und mir keimte deine Lilje aus dem Schooß der Dämmerung. Doch es wuchs, es hob die Blüte

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ihr befeuchtetes Gesicht,

bis wir ahnten und erkannten, daß die Lilje deine nicht. Denn in meine Welt gehoben, dir entwachsen ganz und gar,

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lagen wir in ihrem Kelche,

mir du, dir du offenbar, [216] tranken wir mit unserm Munde ihre große Trunkenheit, hat aus ihrem Seelengrunde

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uns ein stummer Schwur geweiht.

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