Unverloren

by Marie von Najmajer


Ein Ahnen geht durch Herbstesklagen: Aufersteh'n!
Es muß, was diese Welt getragen, auferstehn,
Und wär's begraben noch so tief im Erdengrunde.
Wie Geister, einst im Kampf geschlagen, auferstehn,
Wenn ihre Zeit erscheint und ihre große Stunde,
Wie Gläubige in wenig Tagen auferstehn
Den Herrn der Liebe sahn mit seiner Seitenwunde,
Wie tausend Frühlingsstimmen sagen: "Auferstehn!"
Zu Baum und Strauch und Halmen in der Runde -
So fühlst auch du mit Lust und Zagen: auferstehn,
Mein Herz! wird auch dein Lieben, deine Frühlingskunde,
Was je du tief in dir getragen – auferstehn!
(S. 42)

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