Unsre Fahne

by Rudolf Lavant

[114] Unsre Fahne Sie folgen ihren Trikoloren Mit lautem Ruf in Kampf und Not – Wir haben eine nur erkoren, Wir haben einer nur geschworen,

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Dem ernsten Rot.

Und wie es uns auf rauhen Bahnen Erquickung lustig rauschend bot, So überflügelt alle Fahnen, Die nur an Sklavendienste mahnen,

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Das freie Rot.

Wir pflanzten schon auf manche Zinne, Die uns den Untergang gedroht, Dem Volk zu dauerndem Gewinne Mit unbeugsamem Mannessinne

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Das trotz’ge Rot.

Und niemals wird es unterliegen, Sie schleifen’s nimmer durch den Kot; Es wird sich auch zu künft’gen Siegen Ob unsern Reihn im Winde wiegen

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Das stolze Rot.

Uns ist ein scharfer Sporn gegeben Im steten Kampf ums karge Brot; Drum klammert sich des Volkes Streben, Drum klammert sich sein tiefstes Leben

25
Ans treue Rot.

Wir haben heilig es gesprochen, Von der Befreier Zorn durchloht, Und wenn des Unrechts Burg gebrochen, Dann grüßt der Herzen stürmisch Pochen

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Das teure Rot.

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