Unsere trüben Tage
by Karl Henckell (1864–1929) · 1921 German
Es war nicht nur ein Rosenhag,
Der leuchtend uns umfangen,
Wir sind auch durch den trüben Tag
Und Weg gegangen …
Da ist der kleinen Vögel Sang
Verstummt in bangem Schweigen,
Was unser wundes Herz durchdrang,
Glich wehen Geigen.
Ein leises Weinen war darin,
Als wäre die Sonne verhangen
Und wüßte keins in seinem Sinn,
Wo Quellen sprangen.
So traurig war uns da zumut,
Tief mußten wir uns neigen -
Bis neu es sproß aus unserm Blut
Von Rosenzweigen … (S. 170)
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