Ueber Schönheit

by Anton Wilhelm Christian Fink

Auf! und heb’ empor vom Erdenthale,      Meine Ida, heb’ empor den Blick! Laß den matten Schein vom Schönheitsstrahle      Hier im Land der Dämmerung zurück.

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Siehst du nicht im ewig inngen Schimmer

     Hoch Uranien über Sternenglanz? –      Wahrer Schönheit frischer Blüthenkranz, Ida, welkt dem Hauch der Zeiten nimmer. War’s nur dieser Glanz der vollen Rosen,

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     Den der May auf deine Wange goß,

Nur die Brust, auf welcher Götter kosen,      Nur das Haar, das wallend niederfloß; Nur der Wuchs aus Harmonie gewoben      Und vom Schmuck der Grazien umwallt –

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     War’s nur diese holde Lichtgestalt

Der mein Herz entgegen sich gehoben? Nein, o Ida! – Nicht des Busens Wallen      Nicht der Wange Purpur war’s allein! Monde wechseln, und die Rosen fallen,

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     Winter stürmt – entblättert steht der Hain! –

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