Trinkspruch
[114] Trinkspruch *).[1] So sprach der Wirt vom „Faßverein“: Willkommen, wack’re Mannen! Ich lade euch zur Nachtschicht ein, Gefüllt sind schon die Kannen.
Ihr Herr’n, vom allerbesten Naß, Wir brauchen nicht zu dürsten. – Zudem läßt man die reichste Huld Hier angedeih’n dem Zecher,
Für Mindermaß im Becher. – Ein jeder trinkt so viel er kann, Und wer den tiefsten Zug gewann, Ist König von der Runde. –
Ganz uns’rem Wohlgefühle, Wir leiden von der Hitze nicht Und auch nicht von der Kühle. – Doch straffe Ordnung wird geführt,
Fliegt ohne Gnad’ und Schonung. Bei Tage währt die Arbeitszeit Nicht lang’, wie die der Nächte, Doch gibt’s dafür Gelegenheit
Und machen wir ’ne Ueberschicht, Wir fordern Zahlung dafür nicht, Der Stoff ist uns Genüge. – So sprach der Wirt vom „Faßverein“
Und lud dabei zum Trinken ein Die Herr’n auf’s allerbeste. Und sie, sie lachten Sympathie Ihm zu der „schönen“ Parodie