Tragische Erscheinung

by Richard Dehmel

[242]  Tragische Erscheinung. In einer Wüste lagen viele Menschen, die fast verschmachteten; sie wimmerten. Ein schönes Mädchen nur, mit hilflos braunen Augen,

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litt stumm den Durst; denn gieriger als der Durst

brannte ihr seliges Mitleid ... Da trat, vom glühenden Horizont herwachsend, ein fremder Mann vor dieses Volk; der hob den Zeigefinger ihnen dar.

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Aus der gereckten, zitternden Spitze quoll

ein großer Tropfen Blut quoll, hing, und fiel, fiel in den Sand; verwundert sah das Volk den fremden Mann. Der stand und stand, Tropfen auf Tropfen fiel

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aus seinem Finger in den Sand;

und immer, wenn die rote Quelle troff, erbleichte schauernd Er, sie aber staunten, und Einige ächzten: er verhöhnt uns ... Da schrie er laut mit seiner letzten Glut:

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So kommt doch, trinkt! für Euch verblut’ich mich!

Doch jenes Mädchen sprach, indeß er hinlosch: Sie wollen Wasser ...

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