Tiefer Friede

by Frank Wedekind

[120] Tiefer Friede Die Tage verblassen, die Stunden zergehn, Die Waffen rasten und rosten; Ich bin von vorn und von hinten besehn Ein armer verlorener Posten.

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Es kreisen die Dohlen, es kriecht das Gewürm,

Die Menschen hassen und lieben; Ich bin wie ein alter Regenschirm In Gedanken stehen geblieben. Staub deckt meine Falten, es wackelt der Knauf,

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Es wankt das Skelett unterm Knaufe;

Ich wollte, des Schicksals Hand spannte mich auf Und hielte mich unter die Traufe.

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