Sylvesternacht
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Sylvesternacht Die letzte Nacht im alten Jahr Steigt auf so licht und sternenklar. Ihr Sterne, wenn ihr niedergeht, Die neue Zeit am Himmel steht.
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Ihr wandert droben heiter fort
Und findet den bestimmten Ort. Hier unten lebt sich’s sehnsuchtsvoll; Wir wissen nicht, was werden soll. Ihr tragt mit unverwandtem Sinn
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Den Glanz durch Ewigkeiten hin.
Wir tun mit bangem Angesicht Viel schneller aus das kurze Licht. Ihr hört nicht auf den Stundenschlag; Wir haben einen kurzen Tag,
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Und was wir glauben, was wir tun,
Wird bald mit uns im Grabe ruhn. Drum, Sterne, webt aus Silberglanz Mir um die Stirn den Freudenkranz, Daß ich mit heiterm Geist und frei
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Der Gast des neuen Jahres sei.