Sonett X.

by William Shakespeare

O leugne, daß du Liebe fühlst für Einen, Da für dich selbst du ohne Sorgfalt bist; Dich liebte Mancher, wollt’ es dir nur scheinen; Doch daß du Keinen liebst, zu deutlich ist.

5
Denn so bist du von blut’gem Haß erfüllt,

Daß gegen dich Verschwörung du gehst ein, Das schöne Haus zu stürzen, ach! gewillt, Das du zuerst sollt’st wünschen zu erneu’n. O ändre dich, daß ich mich ändern kann!

10
Soll besser wohnen Haß als Liebessinn?

Sei, wie dein Aeuß’res, anmuthig fortan, Und Milde gegen dich sei dein Gewinn:     Schaff’ dir ein andres Selbst aus Gunst zu mir,     Daß Schönheit leb’ in deinem oder dir.

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