Sonett X.
O leugne, daß du Liebe fühlst für Einen, Da für dich selbst du ohne Sorgfalt bist; Dich liebte Mancher, wollt’ es dir nur scheinen; Doch daß du Keinen liebst, zu deutlich ist.
5
Denn so bist du von blut’gem Haß erfüllt,
Daß gegen dich Verschwörung du gehst ein, Das schöne Haus zu stürzen, ach! gewillt, Das du zuerst sollt’st wünschen zu erneu’n. O ändre dich, daß ich mich ändern kann!
10
Soll besser wohnen Haß als Liebessinn?
Sei, wie dein Aeuß’res, anmuthig fortan, Und Milde gegen dich sei dein Gewinn: Schaff’ dir ein andres Selbst aus Gunst zu mir, Daß Schönheit leb’ in deinem oder dir.