Sonett LXXXIV.
Wer preis’t am höchsten dich? Was übersteigt Wohl diesen Ruhm: Du seist du selbst allein? Der Schatz, der sich in deinem Wesen zeigt, Ist Maßstab dem, der ähnlich will dir sein.
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Man muß nur bettelarm den Dichter schmälen,
Der seine Liebe nicht zu schmücken weiß; Doch kann von dir er im Gedicht erzählen: Du seist du! dann gebührt ihm edler Preis. Laß nach ihn bilden, was dir aufgeprägt,
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Verderben nicht, was hold Natur sich schuf;
Sein Geisteslob solch Ebenbild dann trägt, Gewinnend seinem Werk des Meisters Ruf. Du selbst hast deiner Reize Heil geflucht, Da du im Ueblen stets dein Lob gesucht.