Sonett CXXVIII.

by William Shakespeare

Wie oft, wenn du, o meine Holde, spieltest Auf dem beglückten Holz, das zitternd tönt Von deines Fingers Griff, wenn auf du wühltest Des Gleichklangs Ton, nach dem mein Ohr sich sehnt,

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Beneidet’ ich die Tasten, die in Eil’

Sich drängten, deine zarte Hand zu küssen, Da meine armen Lippen ihren Theil, Erröthend, kühnem Holz geschenkt seh’n müssen. Drum gerne möchten sie die Stellen tauschen

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Mit jenen Spänlein, die im Tanze nippen,

Wenn deiner flücht’gen Finger leises Rauschen Mehr todtes Holz beglückt als frische Lippen.     Wenn keck die Taste selig sein denn muß,     Gönn’ ihr der Hand, mir deiner Lippe Kuß.

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